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Kurzes Zahnmedizinisches Lexikon

 

 
für Patienten
 
Die Pflege der Zähne
 

 

 
 

Neben der Ernährung ist die richtige Zahnpflege die wichtigste Maßnahme, die Sie zur Vorbeugung gegen Zahn- und Zahnbetterkrankungen durchführen können. Auch wenn es viele verschiedene Möglichkeiten der Zahnpflege gibt und nicht für jeden die gleichen Maßnahmen sinnvoll sind, sind nachfolgend die grundlegenden Punkte zusammengefasst, die bei der Zahnpflege zu beachten sind. Spezielle Empfehlungen erhalten Sie bei einer Prophylaxehelferin im Rahmen einer Prophylaxebehandlung.

Wann? Wie oft?

Richtig ist es, wenn man nach jeder Mahlzeit die Zähne putzt. Da dies nicht für jeden möglich ist, hat sich als vertretbare Lösung ergeben, daß man zweimal täglich putzt und zwar nach dem Frühstück und nach dem letzten Bissen am Abend. Wer besonders kariesanfällig ist, muss natürlich häufiger putzen. Die Anwendung der Zahnseide empfehlen wir 2 x wöchentlich.

Wie lange?

Drei Minuten. Am besten Sie besorgen sich eine Hilfe (z.B.Sanduhr), um die Zeit immer einzuhalten.

Womit?

Als sinnvollste Hilfsmittel gelten die Zahnbürste und Zahnseide.

Eine gute Zahnbürste weist heute folgende Merkmale auf: Weiche bis mittelharte Borsten aus Kunststoff, an der Spitze abgerundet (nicht geschnitten), gleichlang, Borstenfeld nicht breiter als 2 Zähne, gut in der Hand liegender Griff, Bürstenkopf etwas abgewinkelt.

Die Zahnseide sollte ungewachst sein. Es gibt besondere Zahnseide, die einen etwas rauheren Anteil zur gründlicheren Pflege und ein steifes Ende zur Erleichterung der Handhabung besitzt.

Es gibt eine Vielzahl weiterer Putzhilfen:
Elektrische Zahnbürsten verschiedener Technik, Spezialzahnbürsten für Zahnfleischerkrankte („Parodontose"), Spangenträger, Prothesenträger und andere, Zahnstocher, Hilfen zur Zahnfleischmassage, Mundduschen und vieles andere mehr.

Wir empfehlen Ihnen diese Hilfen nur nach Rücksprache mit Ihrem Zahnarzt oder einer geschulten Mitarbeiterin zu benutzen, da man auch das Falsche oder zuviel des Guten tun kann.

Wie?

Damit man keine Zahnbereiche vergisst, ist es sinnvoll, sich eine systematische Putztechnik anzugewöhnen: Man beginnt zunächst an den Aussenflächen der oberen Zähne und zwar von ganz hinten rechts bis ganz hinten links, dann nimmt man sich die Kaufläche vor und schließlich die Innenseite der oberen Zähne. In der gleichen Weise verfährt man mit den unteren Zähnen. Merken Sie sich, wo am meisten Zahnstein entfernt werden mußte: Dort müssen Sie besonders gründlich pflegen. Dies wird in der Regel die Innenseite der unteren vorderen und Aussenfläche der oberen hinteren Zähne sein.

"Schrubben" Sie nur auf den Kauflächen der Zähne. Die Innen- und Aussenseiten der Zähne reinigen Sie besser mit kreisenden Bewegungen, so wie auch das Zahnfleisch girlandenförmig den Zähnen anliegt. Mit der richtigen Zahnbürste massieren Sie dann zugleich das Zahnfleisch und beugen einer Zahnbetterkrankung ("Parodontose") vor.

Mit der Zahnseide reinigen Sie jene Bereiche, an die Sie mit der Zahnbürste nicht herankommen: Die Zahnzwischenräume (immerhin 40% der Zahnoberfläche). Am einfachsten geht es, wenn Sie den Faden um die Mittelfinger beider Hände wickeln und im Oberkiefer mit den Daumen und im Unterkiefer mit den Zeigefingern zwischen die Zähne führen. Mit reibenden Bewegungen wird die Zahnfläche im Zahnzwischenraum gereinigt. Vermeiden Sie dabei eine Verletzung des Zahnfleisches.

Besondere Voraussetzungen wie z. B. Zahnstellungsfehler, hohe Parodontose- oder Kariesanfälligkeit erfordern auch spezielle Massnahmen. Fragen Sie uns danach. Träger von festem und her ausnehmbarem Zahnersatz müssen ebenfalls spezielle Zahn- und ggf. Prothesenpflege betreiben. Genaue Hinweise erhalten Sie jeweils bei der Eingliederung neuen Zahnersatzes.

Patienten mit Implantaten müssen diese ebenfalls intensiv pflegen. Fragen Sie auch in diesem Falle nach speziellen Putzmethoden und -hilfen.

Wie pflege ich meine Zahnbürste?

Nach der Benutzung muss die Zahnbürste gut ausgespült werden. Dies geht leichter, wenn man vor dem Auftragen der Paste die Bürste gut anfeuchtet. Die Bürste muss zwischen den Benutzungen gut austrocknen. Dazu sollte sie mit dem Kopf nach oben in einem Glas an einem luftigen Platz (also nicht im Schrank) stehen. Das wichtigste ist jedoch, dass die Bürste rechtzeitig ausgewechselt wird. Dieser Zeitpunkt ist gekommen, wenn das Borstenfeld deutlich breiter wird und die Borsten krumm werden, d.h. nach ca. 6-10 Wochen.

Welche Zahnpaste?

Der Reinigungseffekt einer Zahnpaste wird durch Schlämmkreide erreicht. Benutzen Sie jedoch keine zu grobkörnigen Pasten, da diese auch den Zahn durch zu großen Abrieb schädigen können.

Vermeiden Sie auch stark aufschäumende Pasten, da Seifen das Zahnfleisch schädigen können. Fluoride und Mineralien machen die Zähne widerstandsfähiger, ja sie können sogar eine beginnende Karies wieder ausheilen (remineralisieren). So sollte zumindest die am Abend benutzte Paste ein Fluorid enthalten. Neuerdings enthalten Zahnpasten auch Zusätze gegen die Bildung von Zahnstein. Die Wirkung ist mittlerweile nachgewiesen, Nebenwirkungen - bis jetzt - nicht bekannt.

Schlussbemerkung

Diese allgemeinen Hinweise sollen Ihnen ein paar grundlegende Hilfen bei der Zahnpflege geben. Vielfach liegen jedoch Abweichungen von der Norm vor, die spezielle Formen der Zahnpflege erforderlich machen. Fragen Sie die speziell ausgebildeten Prophylaxehelferinnen, wenn Sie weitere Fragen dazu haben. Den grössten Erfolg bei der Erhaltung Ihrer Zähne bietet Ihnen der regelmässige Besuch der Individualprophylaxe. Dort werden genau auf Ihre speziellen Bedürfnisse ausgerichtet professionell die Zähne gereinigt und demonstriert, wo noch Probleme sind.

 
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