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Kurzes Zahnmedizinisches Lexikon

 

 
für Patienten
 

Zahnerhaltung

 

 

 
 
Die Abbildung zeigt eine rot angefärbte Karies, die die äußere Schicht des Zahnes (Schmelz) unterminiert hat.

Wenn ein Zahn durch Karies zerstört wird, so kann man diesen Vorgang aufhalten. Dabei muss der gesamte erkrankte Bereich sorgfältig entfernt werden. Je früher man also einen solchen Defekt entfernt, desto weniger muss entfernt werden und desto einfacher ist die Behandlung.

Ist es nun zu einem kariösen Defekt gekommen, so wird dieser mit Material gefüllt. Dieses muss verschiedene Anforderungen erfüllen: Es muß im Munde beständig sein, es darf seine Form nicht verändern, es muß exakt einzupassen sein, es darf auch langfristig kein Spalt am Übergang zum Zahn entstehen, es darf durch das Kauen nicht abgenutzt werden, das Material darf den Körper nicht schädigen und keine ungesunden Substanzen abgeben, es soll preiswert und einfach zu verarbeiten sein und schließlich soll es möglichst auch noch wenig auffallen, d.h. es sollte die Farbe des Zahnes besitzen.

Leider gibt es bis heute kein Material, welches allen Idealvorstellungen entspricht. Man muss also Kompromisse schließen, und jeweils das individuell möglichst beste Material auswählen. Nachfolgend haben wir für Sie die wichtigsten derzeit gebräuchlichen Materialien zusammengestellt.

    Welches Material ?      
   

1. AMALGAM

Amalgam ist ein seit dem 16. Jahrhundert verwendetes Material, das sich durch seine hohe Bruchfestigkeit, genauen Randschluss und damit lange Haltbarkeit auszeichnet. Außerdem ist es preiswert. Amalgam war bis vor ca. zehn Jahren das am häufigsten angewandte Füllungsmaterial im Seitenzahnbereich, heute wird es nur noch sehr selten angewandt. Grund dafür ist der hohe Quecksilbergehalt (ca. 50%). Die davon ausgehende gesundheitsschädliche Gefahr wird unterschiedlich beurteilt.

Bei Frauen im gebärfähigen Alter raten wir vorsichtshalber prinzipiell von Amalgam ab. Den Wechsel zu anderen Füllungsmaterialien empfehlen wir Ihnen vor allem dann, wenn dies bei einer ohnehin erforderlichen Behandlung eines Zahnes sinnvoll ist oder wenn Unverträglichkeit vorliegt.

 
   

2. KUNSTSTOFFE

Kunststoffe besitzen vor allem den Vorteil, dass man sie in den passenden Zahnfarben herstellen kann und dass sie daher unsichtbar sind. Wegen der stärkeren Abnutzung im Bereich der Seitenzähne sind sie weniger geeignet, allenfalls bei kleinen Füllungen. Die Abnutzung kann zu vorzeitigem erneuten Kariesbefall führen.

3. EINLAGEFÜLLUNGEN (INLAYS)

 
   

Einlagefüllungen weisen bei guter Mundhygiene eine besonders hohe Lebensdauer auf. Sie werden traditionell aus Goldlegierungen hergegestellt und werden wegen ihrer Stabilität im Seitenzahnbereich eingesetzt. Allergien kommen nur selten vor. Dies ist sicher die bewährteste Behandlung der Karies.

Die Abbildung zeigt Goldinlays, eine der bewährtesten und langlebigsten Formen des Kariesdefektersatzes.

 
   

Um den Nachteil der Goldfarbe zu umgehen kann man heute auch diese Füllungen aus reiner Keramik herstellen. Das geht konventionell über eine Abformung mit einer im Labor hergestellten Füllung in zwei Sitzungen.

Man kann diese Füllungen aber auch in einem computergesteuerten Verfahren von einem CAD/CAM-Gerät in einer Sitzung herstellen. Durch die Verwendung hochbelastbarer Industriekeramik kann die sonst bei Keramik bestehende Bruchgefahr vermieden werden. Die so hergestellten Füllungen haben die längste Lebensdauer.

     
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    4. ZU DEN KOSTEN

Die privaten Versicherer übernehmen in der Regel die Kosten für alle hier geschilderten zahnerhaltenden Füllungsmassnahmen. Ausnahmen bestehen dort, wo ausschließlich ästhetische Gründe vorliegen und vorhandene, funktionstüchtige Versorgungen nur aus diesem Grunde ersetzt werden.

Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten die Kosten für eine Amalgamfüllung erstattet. Bei nachgewiesenen Allergien gegen die herkömmlichen Materialien werden die Kosten aufwendiger Versorgungen zum Teil auch von den gesetzlichen Versicherern übernommen. Ansonsten erhalten gesetzlich Versicherte die Kosten für Amalgamfüllungen auch bei Anfertigung anderer Füllungen erstattet.
 
     
 
       
       
       
 
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