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Kurzes Zahnmedizinisches Lexikon

 

 
für Patienten
 
Die Teleskopprothese
 

 

 
 

Teleskop-Zahnersatz hat höhere Überlebensrate als - Klammer-Prothesen

"Verschiedene Untersuchungsergebnisse bestätigen, dass ein teleskopierender Zahnersatz eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit hat als eine klammerverankerte Prothese. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Kosten zur Funktionserhaltung bei Doppelkronen-Prothesen wesentlich geringer sind als bei klammerverankerten Prothesen, erscheint die Eingliederung eines von Anfang an funktionell günstigeren und gleichzeitig wesentlich besser erweiter­- und umbaubaren Zahnersatzes in Form von Teleskop-Pro­thesen trotz höherer Anfertigungskosten sinnvoll."

Mit dieser "Stellungnahme zur klinischen Berechtigung und Bewährung von kombiniert festsitzend-herausnehmbarem Zahnersatz unter besonderer Berücksichtigung der Doppelkrone" widersprechen Prof. Dr. Heiner Weber, Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Dr. Kristina Gehring und Detlef Axmann, Zentrum für Zahn~ und Kieferheilkunde, Poliklinik für zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde der Universität Tübingen, Feststellungen der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), dass alle "derzeit verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse keine höhere Versorgungsqualität von Teleskopkronen gegenüber alternativen anerkannten Versorgungsformen belegen." Die KZBV betont in ihrem Bericht an das Bundesgesundheitsministerium über die ,,Auswirkungen der Einführung des Festzuschusssystems bei Zahnersatz in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) (Februar 2006)", dass die "klammer­verankerte Modellgussprothese weltweit den Standard in der Teilprothetik darstellt".

Die KZBV betont besonders im Streit mit dem Verband der Zahntechniker-lnnungen (VOZI) - der ebenso wie die Krankenkassen eine Rückkehr zu den ZE-Richtli­nien des Jahres 2004 im Festzuschusssystem fordert, um die Aus­grenzung an Versorgung mit Verbindungselementen wieder rückgängig zu machen -, dass "in vergleichbaren Nachbarländern auf andere kostengünstigere? ebenfalls fachlich anerkannte Therapieformen ausgewichen wird." Der Vorteil liege für Teleskopkronen-Systeme vor allem im ästhetischen Bereich, der Nachteil seien "die vergleichsweise hohen Kosten, da für einen Prothesen­Pfeilerzahn zwei Kronen gefertigt werden müssen. Diese hohen Kosten sind auch der Grund dafür, dass sich international die Therapieform ,Teleskopkrone' nicht durchsetzen konnte", so die KZBV.

Prospektiv länger bewährter Zahnersatz

Die unter Webers Leitung für die "Fachvereinigung Edelmetalle/Arbeitsausschuss Dental" gefertigte Tübinger Stellungnahme hält es hingegen vor allem vor dem volkswirtschaftlichen Hintergrund, dass eine "Unterversicherung oder unzureichende Eigenvorsorge im Fall der privat zu finanzierenden Zahnersatzleis­tungen den gesetzlichen Krankenkassen höhere Kosten für die Be­handlung von Folgekrankheiten verursachen wird", für sinnvoll, "generell die prothetische Versorgung mit einem prospektiv länger bewährten Zahnersatz, wie der Teleskop-Prothese, zu befür­worten".

Höhere Kosten durch Folgekrankheiten

Eine "Bedarfsermittlung für prothetische Leistungen bis zum Jahr 2020" zeige, so die Tübinger Wissenschaftler, dass trotz der Verbesserung der Mundgesund­heit bei Kindern und Jugendlichen der "Bedarf an herausnehmba­rem Zahnersatz steigen wird". Dabei beruft man sich auf eine Studie der Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde (DGZPW) aus dem Jahr 2001, die zu dem Schluss kommt, dass "der Versorgungsbedarf an herausnehmbarem Zahnersatz kontinuierlich ansteigt und im Jahr 2020 dann 26 Prozent über dem Ausgangsniveau (2001) lie­gen wird."

Welche Art von Zahnersatz eingegliedert werden soll, hänge "offensichtlich nicht nur von der mit dem Bildungsstandard verknüpften Mundgesundheit, sondern vor allem von der Einkommens- und Vermögenssituation des Patienten ab", so die Tübinger Stellungnahme. Aus Kostengründen werde beim teilbezahn­ten Patienten vielfach auf die Klammerprothese zurückgegriffen, was aber mit Nachteilen, wie einer "Zunahme der Zahnfleisch taschentiefe an den Halte- und Stützzähnen" einhergehe, heißt es weiter: "Die Überlebensrate von Klam­merzähnen ist deshalb statistisch signifikant niedriger als die der Zähne, die nicht in die klammerverankerte Konstruktion eingebunden sind". Vergleiche man zu­dem Untersuchungen bezüglich der Überlebensrate von zwei Pfei­lerzähnen eines herausnehmbaren Zahnersatzes, so werde deutlich, dass in Bezug auf die Langlebigkeit eines Pfeilerzahns die Teleskopkrone der Klammer als Verankerungselement überlegen sei.

Längerer Erhalt von Pfeilerzähnen

"Abgesehen von nötigen kleineren Reparaturen, Umarbeitungen und Unterfütterungen, wird von Überlebensraten herausnehmbaren Zahnersatzes von 75 Prozent über fünf Jahre (beziehungsweise 50 Prozent über zehn Jahre), von 86 Prozent über fünf bis zehn Jahre (beziehungsweise 63 Prozent über zehn bis 15 Jahre) und von 65 Prozent über 25 Jahre berichtet. Ein regelmäßiger jährlicher Recall wird von allen Auto­ren empfohlen. Konkret wird bei Teleskop-Prothesen in der Literatur von einer Fünf-Jahres-Überlebensrate (im Sinne von „keine Neuanfertigung nötig') von 98 Prozent und einer Zehn-Jahres-Überlebensrate von 80 beziehungsweise 85 und 89 Prozent, sowie einer Überlebensrate über 15 Jahre von 71 Prozent berichtet." Alle Verfasser einer der wenigen aussagekräftigen Langzeit­studien, so die Autoren der Tübinger Stellungnahme, kommen insgesamt zu dem Schluss, "dass es auch im dritten Millenium durch­aus noch sinnvoll ist, eine prothetische Rehabilitation mit Hilfe von herausnehmbarem Zahnersatz vorzunehmen".

Zur Abwehr der Forderungen des VDZl und Krankenkassen und gegen die Behauptungen, dass die Neufassung der Zahnersatz­richtlinien zu einer Unterversor­gung geführt habe, betont die KZB\l, dass die Teleskopkrone als "German Crown" allein ein deutsches Phänomen sei, international nicht nachvollzogen werde und deshalb im internationalen Vergleich nicht von "Unterversorgung gesprochen werden könne". Im Jahr 2004 waren laut KZBV ,,6,7 Pro­zent aller Zahnersatzfälle ein­schließlich Reparaturen Teleskopversorgungen. An den Ge­samtkosten der GKV für Zahner­satz hatten sie einen Anteil von 19,6 Prozent". Die Einschränkun­gen der ZE-Richtlinien, einher­gehend mit der Festzuschussein­führung Anfang 2005, auf die Versorgung der Eckzähne habe zu geringeren GKV-Ausgaben geführt aber "keineswegs zu einem analogen Abbau des Versorgungsniveaus".

Lag 2004 die Quote bei 24 Teleskopen auf 100 Neuversorgungen, kam es in 2005 zu einem Abbau um 20 Prozent auf knapp über 19 Teleskope. Die Veränderung diene dazu, "für neue, am wissenschaftlichen Fortschritt orientierte Behandlungsmethoden (zum Beispiel lmplantatsuprakonstruktionen) die nötigen zusätzlichen GKV-Mittel sicherzustellen", heißt es von Seiten der KZBV.

Die sog. Innenteleskope sind fest auf den Zähnen zementiert
Wird die Prothese darüber gesetzt sind die Innenteleskope nicht mehr zu sehen. Wichtig ist, dass nur ein Metall für Innenteleskope, Außenteleskope und Metallgerüst benutzt wird und keine Lotstellen vorhanden sind (Einstückguss). Die Abzugskräfte können genau eingestellt werden. Durch die Verwendung eines harten Metalls bleiben die Abzugskräfte gleich, lassen also im Laufe der Jahre nicht nach.
Statt mit Metall können auch Keramikinnenteleskope eingesetzt werden. Diese sind an der Schleimhaut gewebeverträglicher, allerdings sind sie auch dicker und erfordern Goldaußenteleskope, die im Laufe der Jahre einen erhöhten Abrieb aufweisen.
 
Sitz der Gesellschaft Berlin
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Eingetragene Marke
denthouse
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