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Kurzes Zahnmedizinisches Lexikon

 

 
für Patienten
 


Sportlerzahnschutz

der Mundschutz für Aktive
 

 

 
 

Das Bedürfnis nach einem wirksamen Mundschutz wächst bei Profisportlern immer stärker, da die Zweikämpfe und damit die Körperkontakte durch steigende Konkurrenz härter werden. Immer mehr Sportler riskieren ihre Gesundheit im Wettkampf und Training durch den stetigen Druck von Managern, Sponsoren und Medien.

Oftmals sind schwere und irreversible Verletzungen die Folge, welche meist durch Zahnersatz versorgt werden müssen. Zu Frakturen und Luxationen von Zähnen kommen oft auch Knochenbrüche (Kiefer, Kiefergelenk, Jochbein, Augenhöhle) und Gehirnerschütterungen. Neben den körperlichen Schäden sind hier die Sportler, Vereine und Versicherungen bzw. Krankenkassen finanziell gefordert.

Aber nicht nur Profis (z.B. Eishockey, Boxen, Polo, Wasserball, usw.) benötigen einen Mundschutz, sondern auch Freizeitsportler. Sportarten wie Karate, Judo, Hockey, Ski, Turnen, Basketball, Fahrradfahren und Fußball sind besonders verletzungsintensiv. Gefährdete „neue" Gruppen sind Jugendliche, die Modesportarten wie Mountainbiking, Skateboarding, Rollerskating und Squash ausführen.

Nicht selten geschehen Sportunfälle nicht im Wettkampf, sondern im Training, da dabei oft die Konzentration fehlt. Für einen wirksamen Mundschutz besteht also eine weit gefächerte Indikation, welche eigentlich nur durch die mangelnde Ausrüstung der Sportler eingeschränkt ist.

Eine Sportschutzschiene gegen Zahnverletzungen weist folgende Eigenschaften auf:
1. gute Paßform durch individuelle Anfertigung
2. mehrere laminierte Schichten
3. produziert mit hoher Temperatur und hohem Druck
4. große Abrasionsfestigkeit
5. hohe Reißfestigkeit, geschmack- und geruchsneutral
6. geringe Feuchtigkeitsaufnahme

Sportler und Sportlerinnen verschiedenen Alters, die verschiedene Sportarten in verschiedenen Schwiedgkeitsgraden betrieben, benötigen verschiedenen Schutz.

Ein Mundschutz ist definiert als eine elastische Vorrichtung, die im Mund getragen wird, um Mundverletzungen, insbesondere der Zähne und der umliegenden Strukturen (Gewebe) zu vermindern. Der Mundschutz ist bei allen Sportarten, bei denen eine Verletzungsgefahr des Mundes besteht, einsetzbar. Diese Sportarten sind vor allem solche, bei denen Körperkontakt der Sportler untereinander besteht (z. B.: Fußball, Basketball, Handball, Wasserball, Karate, Judo, American Football usw.) und die sogenannten Stocksportarten (z. B. Hockey, Squash, Polo usw.), die Gehirnerschütterungen, Halsverletzungen und Kiefer (-gelenk)brüche verursachen (Tabelle 1). Laut Hickey wird die Knochendeformation und die intracraniale Druckwelle durch Mundschutz sogar um 50 % reduziert.

Tabelle 1: Die Statistik „Sports Injuries of Australia" 1990 basierend auf 1.000.000 Sportverletzungen belegt die Wirksamkeit von individuellem Mundschutz:

Körperteil

mit Mundschutz

ohne Mundschutz

Zähne

0%

30%

Lippe

24%

55%

Zunge

8%

21%

Gehirnerschütterung

0 %

16 %

Unterkiefer

2%

10%

Einteilung von Mundschutz-Geräten:
1. Typ1 Konfektioniert, also industriell vorgefertigt
2. Typ 2 Mundgeformt
3. Typ 3 Individuell nach Abdruck
4. Typ 4 Individuell nach Abdruck, mehrschichtig

Typ 1 und 2 sind in Sportgeschäften erhältlich und ihre Schutzwirkung ist umstritten. Oft werden diese Produkte aufgrund der unbefriedigenden Paßform nicht getragen. Besonders Typ1 hat eher eine Art Alibifunktion.

Typ 3 ist ein Mundschutz, der individuell angefertigt wird - jedoch ohne spezifische Methode. Diese Geräte werden normalerweise mit Vakuumtiefziehgeräten (max. 1 bar) und mit relativ niedrigen Temperaturen angefertigt, wodurch nicht voll befriedigende physikalische Eigenschaften resultieren. Der Mundschutz sitzt nicht so präzise, die Dauerhaftigkeit der Laminierung ist fraglich, der Abnutzungewiderstand ist geringer und die Feuchtigkeitsaufnahme höher.

Typ 4 ist ein Mundschutz der vom Modellabdruck der Zähne des Patienten hergestellt wird, mit spezifischen Methoden, spezifischen Materialien und Geräten und spezifischem Design.

Typ 3 und 4 gibt es nur beim Zahnarzt!

Gute Mundschutzgeräte verbreiten sich immer mehr, da die Sportler den guten Sitz, den Komfort und den Schutz erkennen, Durch den Einsatz von Mundschutzgeräten kommt die Zahnmedizin ihrem größten Anliegen wieder einen Schritt näher: Prophylaxe durch Verminderung von Verletzungen.

Gute Mundschutzgeräte können für individuelle Zwecke hergestellt werden:

1. Junior empfohlen für Kinder (mit Wechselgebiss)
2. Senior empfohlen für die meisten Freizeitsportler und -­sportlerinnen
3. Boxer empfohlen für Boxer und Wasserpole
4. Professional empfohlen für Profi-Athleten und Sportler im Risikobereich, wie z.B. Eishockey, asiatische Kampfsportarten, usw.

 
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