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Kurzes Zahnmedizinisches Lexikon

 

 
für Patienten
 

Schnarchen

und die Hilfe dagegen

 

 

 
 

Liebling, bitte hör endlich auf zu schnarchen - ich kann nicht schlafen!

Was im Honeymoon noch wie ein zärtliches Gutenacht-Geflüster klingt, endet durch nächtelang ertragene Schnarch-Arien oft in der verzweifelt-resignierenden Feststellung: ,,Das halte ich nicht mehr aus". Entnervt folgt dann der Griff zum Kopfkissen und die Flucht aus dem gemeinsamen Bett. Weil das die einzige Möglichkeit ist, auch endlich schlafen zu können - zwar einsam, aber in himmlischer Ruhe.

Menschliche "Sägewerke" und zersägte Nächte beschäftigen schon lange nicht mehr nur die Betroffenen: Seit rund 15 Jahren gehören sie zu den wichtigen Themen in der Medizin. Forscher haben nämlich herausgefunden, dass die schlafenden Geräuschproduzenten gesundheitlich ganz erheblich gefährdet sind. Und das nicht etwa, weil manch' bessere Hälfte aus lauter Verzweiflung schon mal Mordgelüste vermeldete, sondern weil es bei Schnarchern immer wieder zu einem Atemstillstand kommt! Denn das geräuschvolle ,,Sägen" wird regelmäßig von sogenannten Schnarchaussetzern, die 10 bis 30 Sekunden oder länger dauern können, unterbrochen. Und genau das kann den Schnarcher krank machen, seine Lebenserwartung um fünf bis sieben Jahre verkürzen oder sogar im Extremfall zum plötzlichen Tod führen. Grund genug also, dass sich Internisten, Lungenspezialisten, Hals-, Nasen- und Ohren-Ärzte und in zunehmendem Maße auch besonders fortgebildete Zahnärzte diesem Thema widmen. Schnarchen war lange ein Phänomen, unter dem zwar die jeweils schlaflosen Zuhörer litten, das aber keineswegs als gesundheits- oder gar lebensgefährdend galt.

Mit dem neuen Wissensstand sprechen heute die Mediziner von der Volkskrankheit Schnarchen. Unter ihr leiden alleine in Deutschland rund 8 Millionen Menschen, 60% davon sind Männer und 40% Frauen. Mit steigender Tendenz übrigens, weil mit zunehmendem Alter auch das Schnarchen zunimmt. Dabei wird die Dunkelziffer sehr hoch eingeschätzt - was auch zu verstehen ist, denn welcher Single gesteht schon gerne, daß sie bzw. er zu den nächtlichen Schnarchern gehört oder tagsüber ständig unter einer lähmenden Müdigkeit leidet?

Schnarchen macht müde.
Ums deutlich zu sagen: Auch wenn bei uns Nacht für Nacht in jedem zehnten Bett geschnarcht wird, sind nicht alle Schnarcher lebensbedrohlich erkrankt! Gelegentliches Schnarchen, das besonders nach einem feucht-fröhlichen Abend die Lautstärke eines Rasenmähers erreicht, stört eher den Mitschläfer als die Gesundheit der wein- oder bierseligen Nervensäge selbst. Doch die Menschen, die sich morgens - trotz ausreichendem Schlaf - müde und zerschlagen fühlen, die tagsüber ständig unbegründet müde sind, selbst bei einem noch so spannenden Fernsehprogramm das Gähnen kriegen und laut schnarchend vor der Kiste einschlafen oder beim Autofahren immer wieder gegen ihre Müdigkeit ankämpfen müssen, sind gefährdet. Nach neuesten Untersuchungen verursachen Schnarcher mit Atmungsstillstand sogar siebenmal häufiger Verkehrsunfälle als Nichtschnarcher: Sie schlafen beim Autofahren ein! Dann vielleicht doch besser mal in´s Schlaflabor.

Deshalb ist nicht nur Vorsicht angesagt, sondern bei all diesen Symptomen auch ein Besuch des Hausarztes. Er kennt die Spezialisten für Schlafstörungen - speziell ausgebildete Schlafmediziner - und kann eines der über 100 Krankenhäuser nennen, die heute bereits mit einem Schlaflabor ausgerüstet sind. Ähnlich wie bei einem EKG wird dort festgestellt, ob beim Schnarchen sogenannte Apnoen, das sind die zeitweiligen Verschlüsse der Atemwege, auftreten. Wenn diese Aussetzer innerhalb einer Stunde mehr als 20 mal verzeichnet werden, kann das kritisch sein: Der Sauerstoffgehalt des Blutes sinkt, es tritt eine Übersäuerung ein. Die Folge ist nächtlicher Bluthochdruck und eine Schädigung der Herzmuskulatur. Die Ursache Eine Erschlaffung der Muskulatur im Nasen-Rachen-Raum, die auch das Gaumensegel mit dem Zäpfchen sowie die Zunge kraftlos werden läßt, ist die zunächst mal tonlose Ursache des Schnarchens. Die peinigenden Geräusche entstehen durch das erschlaffte Gaumensegel, das die ein- und ausgeatmete Luft zum Schwingen bringt. Fällt die Zunge im Schlaf zu weit nach hinten, verschließt sie den Eingang zur Luftröhre - der gefährliche Atemstillstand tritt ein. Ganz besonders gefährdet sind auch hier wieder mal Menschen mit Gewichtsproblemen. Überflüssige Fettpolster setzen sich nämlich nicht nur auf Bauch und Hüften fest, sie verengen auch die Atemwege.

Was kann man tun?
Die meisten Behandlungsmaßnahmen können nur den Verschluß der Atemwege verhindern, nicht aber die Ursache dafür beseitigen. Auch nicht die Überdruckbeatmung mit einer Nasen-Atem-Maske. Sie bringt zwar sofortigen Erfolg, weil sie einen Atemstillstand erst gar nicht zuläßt: Der von ihr mit leichtem Druck zugeführte Luftstrom hält die Atemwege offen. Allerdings muß die Maske Nacht für Nacht und zeitlebens getragen werden! Eine solche Therapie ist nicht ganz billig. Die Geräte kosten ab 2.000,- €, eine Nacht im Schlaflabor einschließlich aller Vor- und Nachuntersuchungen ca. 800,- €. Wegen der Kosten sollten Sie unbedingt mit Ihrer Krankenkversicherung sprechen.

Bei Jugendlichen - sie können aufgrund anatomischer Verhältnisse unter Schnarch-Atemstörungen leiden - werden bei schweren Störungen Ober- und Unterkiefer operativ nach vorne gelegt. Das hindert die Zunge daran, die Luftwege zu verschließen. Für die leichten Fälle Stellt der Schlafmediziner leichtere Erkrankungsformen fest, gibt es dafür sogar Medikamente. Aber Achtung: Jeder Selbstversuch mit Schlaf- oder Beruhigungstabletten hat üble Folgen - er verschlimmert die Erkrankung.

So hilft der Zahnarzt
Verlässt ein Schnarcher das Schlaflabor als "leichter Fall", können besonders fortgebildete Zahnärzte helfen. Ganz individuell lassen sie in einem Speziallabor aus einem fast ,,unsichtbaren" Material Geräte anfertigen, die von herausnehmbaren kieferorthopädischen "Zahnspangen" abgeleitet sind. Sie sehen aus wie ein Mundschutzgerät für Sportler, haben aber eine noch wichtigere Funktion: Sie bringen den Unterkiefer in eine nach vorne gerichtete Position. Dadurch wird die Zunge ebenfalls mit nach vorne geführt, so dass ein Verschluss der Atemwege durch das Zurückfallen der Zunge verhütet wird.

Was kostet das ?
Ein Schnarchschutz ist eine rein private Leistung, die von keiner Versicherung bezahlt wird. Die Kosten betragen incl. einer Aufbewahrungsbox ab € 300.-. Liegt eine nachgewiesene Schlafapnoe oder - dyspnoe vor, so kann eine teilweise Kostenübernahme durch Versicherungen möglich sein.

Fast ein Drittel des Lebens verschlafen wir Menschen, und wir glauben, dass wir uns dabei erholen. Wie wir erst seit kurzer Zeit wissen, ist das für viele ein Trugschluss. Da die internationale Forschung keineswegs geschlafen hat, kennt sie heute bereits 88 verschiedene "Schlafbezogene Atemstörungen", die behandelt werden müssen.

Mehr Informationen zu diesem Thema:
Information zur Silensor-Schiene
Information zur TAP-Schiene (link)
Eine einfache Hilfe
Interessantes zum Schnarchen

 

 
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