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Kurzes Zahnmedizinisches Lexikon

 

 
für Patienten
 
ZAHNERSATZ / PROTHETIK

Wenn Zähne fehlen.................
 

 

 
 

Was ist Zahnersatz?

Durch Zahnersatz werden fehlende Zähne ersetzt. Dieser Ersatz kann festsitzend (z.B. Brücken auf natürlichen Zähnen oder Implantate) oder herausnehmbar sein (z.B. Prothesen). Zahnersatz kann an natürlichen (=Zähnen) oder an künstlichen Pfeilern (=Implantaten) verankert sein, er kann bei Zahnlosigkeit auch nur schleimhautgetragen, also nicht verankert sein (Totalprothese). Zahnersatz im eigentlichen Sinne sind Implantate.

   

Wann ist Zahnersatz nötig?

Nicht jede fehlende Zahnkrone muß unbedingt auch ersetzt werden. Es gibt jedoch wichtige Gründe dafür:

A: Ästhetische Gründe: Fehlen im vorderen, ständig sichtbaren Bereich Zähne, so werden diese vor allem aus ästhetischen Gründen ersetzt. Das äußere Erscheinungsbild kann damit vollständig wiederhergestellt werden.

B: Funktionelle Gründe: Fehlen wichtige Backenzähne, so können die Kiefergelenke und die Muskulatur geschädigt werden. Wichtig ist diese Indikation auch bei starker Abnutzung der Zähne, wie sie durch Zähneknirschen oder bei fortgeschrittenem Zahnverlust auftreten kann.

C: Vermeidung von Zahnstellungsveränderungen: Wenn es zum Verlust von Zähnen gekommen ist, so kann es passieren, dass sich die der Lücke benachbarten Zähne in die Lücke hineinbewegen. Dadurch können langfristig auch diese Zähne verloren gehen und es kann durch die Fehlstellung zu funktionellen Störungen kommen (Siehe B).

D: Nahrungszerkleinerung: Die Nahrungszerkleinerung ist auch bei Verlust mehrerer Zähne durchaus noch möglich. Eine größere Bedeutung erlangt dieser Grund, da eine gute Nahrungszerkleinerung wegen Erkrankungen im Magen-Darm-Kanal wichtig ist.

TYPISCHE FORMEN DES ZAHNERSATZES

 
   

Die Brücke

Bei einer Brücke werden die einer Zahnlücke benachbarten Zähne zur Aufnahme von Kronen präpariert (=beschliffen), um die Lücke durch ein Zwischenteil auszufüllen. Dieses Zwischenteil entspricht in Form und Funktion weitgehend einer Zahnkrone und täuscht somit einen Zahn vor.

 
   
Die Klammer- oder Geschiebe-Prothese

Die Klammerprothese ist ein herausnehmbares Teil zum Ersatz fehlender Zähne, das auch durch Metallteile verstärkt sein kann. Es ist an den noch vorhandenen Zähnen durch Klammern befestigt. Der Halt dieser Prothesen ist nicht sehr gut und die Klammern können an den Zähnen Schäden hervorrufen. Man benutzt diese Form des Zahnersatzes heute daher vor allem nur als Übergangs- oder Notlösung. Daher werden heute die wichtigsten Befestigungszähne für einen herausnehmbaren Zahnersatz überkront und mit Vorrichtungen versehen, die einen möglichst festen Halt der Prothese ermöglichen (z.B. sog. Geschiebe). Diese Halteelemente können so gestaltet sein, dass man sie nicht oder nur wenig sieht. Dies bedeutet auch einen ästhetischen Vorteil. Ein Nachteil ist es allerdings, wenn mehr oder weniger gesunde Zähne dafür beschliffen werden müssen.
 
    Die Teleskop-Prothese

Die Teleskop-Prothese ist eine Sonderform des gemischt festsitzend-herausnehmbaren Zahnersatzes. Dabei werden die als Halteelemente dienenden Zähne mit Metallkappen versehen, über welche die Prothese gestülpt wird. Die Vorteile dieses Zahnersatzes sind ein guter Halt, eine langfristig einfache Anpassbarkeit bei weiteren Zahnschäden/-verlusten und der weitgehende Verzicht auf weitere Verstärkungsstreben (z.B. Gaumenplatten oder Unterzungenbügel). Diese Form der Technik wird nur in Speziallaboren in Deutschland mit der nötigen Präzision hergestellt und wird vor allem bei fortgeschrittenem Zahnverlust oder bei Parodontalerkrankungen angewandt.
 
    Die Totalprothese

Bei völligem Zahnverlust in einem Kiefer können schleimhautgetragene Kunststoffprothesen angefertigt werden. In Abhängigkeit vom Zustand des Kiefers, der Schleimhaut und des Speichels, sowie von einer erlernbaren Geschicklichkeit kann damit eine gute Kaufähigkeit erreicht werden. Besser sind Implantate, zumindest zur Fixierung der Prothese.
 
   

Implantatgetragener Zahnersatz

löst heute immer mehr den konventionellen Zahnersatz ab, denn er ist Zahnersatz im eigentlichen Sinne. Nachbarzähne müssen nicht beschliffen werden und Halteelemente ("Klammern") lockern keine Zähne.

ZAHNERSATZ BEI PARODONTALERKRANKUNGEN

Parodontal erkrankte Zähne können nur durch eine spezifische Behandlung erhalten werden und bedürfen einer ständigen Betreuung. Zahnersatz auf solchen Zähne muß daher besonders darauf ausgerichtet sein, dass eine optimale Mundhygiene möglich ist.

WIE GEWÖHNT MAN SICH AN ZAHNERSATZ?

An festsitzenden Zahnersatz gewöhnt man sich im allgemeinen rasch. Bei herausnehmbarem Zahnersatz muß man sich damit vertraut machen, wie dieser herausgenommen und wieder eingesetzt wird. Die Gewöhnung dauert umso länger, je mehr Zähne ersetzt werden und je länger kein Ersatz vorhanden war. Zur Gewöhnung an eine neue Totalprothese benötigt man mehrere Wochen. Doch auch wenn sich die Prothese in den ersten Tagen wie ein Fremdkörper anfühlen kann, so wird sie doch nach der Eingewöhnungsphase fast wie "ein Stück von sich selbst" empfunden. Mit der Zeit kann es in den zahnlosen Kieferabschnitten zu Veränderungen kommen, die eine Anpassung erfordern.

WIE LANGE HÄLT ZAHNERSATZ?

Diese wichtige Frage kann man nicht pauschal beantworten, da sie von vielen verschiedenen Faktoren abhängig ist. Als untere Grenze wird heute eine Haltbarkeit von fünf Jahren gefordert. In der Regel werden jedoch weit längere Haltbarkeiten von über 10 Jahren erreicht. Lediglich kombinierte Arbeiten (feste und herausnehmbare Teile zugleich, z.B. die Geschiebe-Prothese) haben nur eine durchschnittliche Lebensdauer von 6 Jahren. Implantate haben die beste Prognose (90-95% nach 10 Jahren). Wichtige Faktoren für die Lebensdauer eines Zahnersatzes sind der Zustand der noch vorhandenen Zähne, des Zahnhalteapparates, des Kieferknochens, der Präzision des Zahnersatzes und - nicht zuletzt - der Mundhygiene.

Die Fragen um Zahnersatz sind aufgrund der vielen heute möglichen technischen Entwicklungen sehr vielschichtig und in den wenigsten Fällen wird es nur eine Lösung geben. Das Gespräch über die sinnvollste Lösung, welche die Wünsche des Patienten, das technisch Machbare und auch die jeweils entstehenden Kosten in Einklang bringt, ist deshalb von größter Bedeutung.

UND DIE KOSTEN?

Traditionell ist Zahnersatz in Deutschland im Vergleich mit allen anderen Industrienationen - insbesondere bei hochwertigen Lösungen - sehr preisgünstig. Nicht umsonst kommen wegen der Preise und der trotzdem bekannt hohen Qualität viele Ausländer nach Deutschland zur Zahnbehandlung. Durch die zunehmende Vereinigung Europas auch im sozialen Bereich nimmt dies noch zu. Allerdings gibt es hinsichtlich der Qualität, der Ästhetik, der Funktion und der Haltbarkeit auch große Unterschiede. Von der herausnehmbaren Klammerprothese bis zur festsitzenden Implantatlösung. Deshalb muß von Fall zu Fall im Gespräch die jeweils beste Lösung gefunden werden. Für den z. T. kostenintensiveren Teil – Material- und Laborkosten – gibt es ebenfalls unterschiedliche Lösungen: Von der soliden Einfachlösung aus einem ausländischen Labor bis zur hochästhetischen Hightech-Lösung, die in Ihrer Gegenwart hergestellt wird. Lassen Sie sich beraten, bevor Sie sich entscheiden.

 
 
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